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Heilsame Gebete und Texte

Heilsame Gebete und Texte 1

Nach dem tibetischen Kalender ist Vollmond (z.B. 24.02.2005) ein ganz besonderer Tag, an dem Gebete noch wirkungsvoller sind als an anderen Tagen. Der nachstehende Text ist eine Anregung, der sich zum Nachdenken und Meditieren eignet. Ferner folgt ein Taragebet.

Anmerkungen aus "GESTE DES GLEICHGEWICHTS" von TARTHANG TULKU

Wie die Sonne zahllose Strahlen aussendet, so ist Mitgefühl die Quelle allen inneren Wachstums und positiver Handlungen. Das Mahayana zeigt, daß jede noch so frustrierende Erfahrung immer noch auf essentielle Weise offen ist, wir müssen nicht daraus entkommen wollen.

Wenn wir inneren Frieden und Gleichgewicht erlangen wollen, müssen wir mit Ehrlichkeit beginnen. Intelligenz ist erforderlich, weil viele Hindernisse zu überwinden sind. Wir müssen die Kraft unserer Emotionen erkennen - und Verantwortung für sie übernehmen, indem wir eine helle und positive Atmosphäre um uns selber schaffen. Diese Haltung der Freude, die wir schaffen, hilft uns, Zustände von Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit und Verzweiflung zu überwinden. Die Muster unseres täglichen Lebens können lehrreich sein. Von Zeit zu Zeit analysiere Deine Gedanken und schau, was in Deinem Leben geschieht; und übe jeden Moment Achtsamkeit. Wenn Du dies regelmäßig jeden Tag tust, entwickelst Du eine gesunde Qualität von Authentizität, Dein Leben wird weniger chaotisch und verwirrt, und Du wirst weniger daran interessiert sein, außerhalb Deiner selbst nach Befriedigung zu suchen. Begegne jeder Situation mit Achtsamkeit, das ist einer der besten Wege zur Verantwortung.

Visualisation ist sehr hilfreich bei der Entwicklung von Achtsamkeit, Konzentration und Klarheit. Indem wir unser Bewußtsein auf bestimmte Bilder oder Symbole fokussieren, können wir die mentalen Konzepte lockern, die unsere Wahrnehmungen definieren und einschränken. Wir werden somit offen für größere Dimensionen der Erfahrung und weniger verletzlich gegenüber unseren Emotionen. Wenn wir ganz locker mit völlig entspanntem Blick auf ein Bild schauen und doch mit Atem und Körper sehr empfänglich sind, dann verschmilzt das Bild schließlich mit unserem Bewußtsein. Übe dies geduldig, denn es braucht Zeit, diese Fähigkeiten zu vervollkommnen. Wenn wir lernen, die Emotionen durch Meditation zu kontrollieren, werden wir durch unsere Probleme weniger belastet; unser Körper und Geist werden sehr still, und Unruhe beginnt sich aufzulösen in ruhiger Entspannung und Stille. Wir können dann beginnen, direkt mit unseren Problemen zu arbeiten, da wir nicht länger meinen, vor ihnen weglaufen zu müssen. Unsere Spannungen und Blockaden lösen sich auf natürliche Weise. Wenn wir Meditation entwickeln, brauchen wir uns nicht länger auf intellektuelle Erklärungen zu verlassen, um zu rechtfertigen, wer wir sind, denn unsere einengende Selbstidentifizierung verblaßt wie Nebel im Sonnenlicht. Sobald wir dies verstehen, brauchen wir nicht mit unserem Ego und negativen Emotionen zu ringen - oder mit der Unterscheidung von gut und böse, positiv und negativ, spirituellem Pfad und gewohnheitsmäßigem Handeln. Innerhalb der Meditationserfahrung entsteht von selber spontanes Gewahrsein, und emotionale Konflikte und Probleme beginnen, ihre Macht über uns zu verlieren, und werden wie Wolken. Sobald wir aufhören, unsere Probleme zu füttern, lösen sie sich im Gewahrsein selber auf. Die gesamte Natur des Geistes ist unsere Meditation. Und dadurch wird unser Geist erhellt von einer kraftvollen, kostbaren Energie, wir erfahren direkt eine unbeschreibliches, allumfassendes Verständnis. "In einer Welt, die immer mehr Richtung Verrücktheit kippt, ist es gut, Triumphe der Liebe zu feiern."


Visualisation von Prema Dasaras und Anahatas CD,

"Meditations and Prayers to the Goddess Tara"

(Wir visualisieren Tara vor uns)


Wir beginnen mit der Entwicklung unserer Motivation für die Praxis.
Um unsere eigene Weisheit zu manifestieren,
das Veständnis der Verbundenheit von allem ,
senden wir das Licht des Mitgefühls aus in dem Wissen,
daß wir unbegrenzt zum Wohle aller wirken können, mit denen wir in Berührung
kommen.

(Zuflucht und Bodhicitta)

Wir laden nun die Große Göttin ein
Konzentrieren uns auf ihre Attribute
Wir sehen vor unes die unglaublich schönste weibliche Gegenwart
In strahlendem Licht
Leuchtend grün wie eine Wiese im Frühling
Ihre Augen sind direkt auf uns gerichtet
Sie schaut direkt in uns hinein
Sie sieht alles von uns
Sie sieht unsere Stärken, unseren Triumph, unsere Wünsche
Sie sieht unsere Verwirrung und unser Leid
Sie sieht alles von uns und Sie liebt uns wie eine Mutter Ihr Kind.
Sie lächelt.
Sie hat einen guten Sinn für Humor.
Ihr schönes Gesicht ist rund und lieblich.
Sie ist jung, denn sie hat den Tod überwunden.
Ihr langes Haar fließt in Wellen ihren Rücken herab,
denn Sie kann sich frei zwischen den Welten und Dimensionen bewegen,
Ihr Haarknoten auf Ihrem Scheitel, der höchste, unübertroffene, erleuchtete
Geist.
bedeckt von Edelsteinen und Juwelen, glitzernd und schwingend.
Alle Erfahrungen des Lebens schmücken Sie.
Fünf Edelsteine in Ihrer Krone,
Die Emotionen wurden zum Ausdruck höchster Weisheit,
Ihre Ohrringe und Ketten schimmern.
Die kurze Kette ist Ihre Achtsamkeit,
Die lange Kette ist Ihre Freude.
Runde Brüste,
bedeckt mit Seide, denn Sie ist bereit, Wesen anzuziehen und zu Ihrem Wohl
zu wirken.
Ihre rechte Hand ist nach außen gestreckt, denn Sie gibt alles, was nötig
ist.
Ihre linke Hand vor Ihrem Herzen zeigt, "Fürchte Dich nicht; Ich bin wahre
Quelle der Zuflucht."
Der Ringfinger und Daumen Ihrer linken Hand halten den Stengel eines Lotus,
der neben ihrem linken Ohr erblüht.
Der blaue Lotus, der sich aus dem Schlamm des Samsara der Welt der
Erscheinungen erhebt, um in weiblicher Weisheit zu erblühen.
Sie ist Nalini, der blaue Lotus, die Yogini,
wendet sich ab vom Licht des Tanzes der Dualität
Hinein in die Dunkelheit Ihres eigenen Herzens, um die Weisheit der Einheit
zu finden.
Ihr rechtes Bein ist ausgestreckt, denn Sie eilt schnell denen zu Hilfe, die
nach Ihr rufen.
Ihr linkes Bein ist angezogen, da sie die Kraft des Verlangens gemeistert
hat.
Ihr Kopf ist nach rechts geneigt, denn Sie hat die Kraft von Wut und Hass
gemeistert.
Sie sitzt auf dem Lotus der Weisheit und dem Mondkissen des Mitgefühls.
Und Sie strahlt Licht aus in all die unendlichen Welten,
Segnet alle, die Sie berührt.
Wir verneigen uns vor dieser großen Mutter,
Bitten, daß Sie uns von Hochmut befreit. Von der Sicht, wir wären besser
oder schlechter als andere,
Von der Unkenntnis der Wahrheit, daß im Herzen von jedem Wesen die Weisheit tanzt.

Und während wir uns verbeugen, reinigt uns das Licht von Ihrem Körper,
befreit uns,
und es strömt in die Welt, die sie von Hochmut befreit.
Wir bringen Ihr alles dar, was uns kostbar ist,
Unser Heim, unsere Familie, diese schöne, kostbare Erde,
Bitten Sie, uns von Gier und Anhaftung zu befreien.
Das Licht von Ihrem Körper strömt in uns hinein,
Befreit uns von Gier, Habenwollen und Festhalten.
Und es ergießt sich in die Welt und befreit die Welt von Anhaftung.
Wir öffnen unsere Herzen für Sie, enthüllen alle Negativität, in der wir je
geschwelgt haben,
Jede Dunkelheit, alle destruktiven Gewohnheitsmuster des Geistes,
Unsere Wut, unseren Haß.
Das Licht von Ihrem Körper reinigt uns, befreit uns.
Und es ergießt sich in die Welt, befreit die Welt von Wut, Haß und Krieg.
Wir erfreuen uns vor Ihrem Angesicht, bitten um Befreiung aus der
Eifersucht,
Der Neigung, alles abzulehnen, was anderen an Gutem gelingt.
Stattdessen freuen wir uns mit ihnen, und das Licht vom Ihrem Körper befreit
uns von Eifersucht.
Wir bitten um Ihre Belehrungen,
Bitten Sie um Befreiung von unserer Unwissenheit und Verwirrung.
Das Licht von Ihrem Körper strömt in uns hinein, reinigt uns,
Strömt in die Welt und reinigt die Welt von Unwissenheit.
Wir bitten Sie, bei uns zu bleiben und uns nicht zu verlassen
Uns zu reinigen von jeder Neigung, je die Weisheitslehren zu mißachten und
diejenigen, die sie halten.
Das Licht von Ihrem Körper befreit uns und befreit die Welt.
Welche Kraft wir auch durch diese Praxis erlangen,
Wir bitten Sie, uns von spirituellem Hochmut zu befreien.

(Qualitäten von Tara)

Durch diese Praxis wird alles Leid, alle Gifte,
Alle Verwirrung aus Unserem Leben beseitigt.
Alle Furcht wird beseitigt und alle glücklichen Umstände werden geschaffen.
Mit der Rezitation des Mantras bringen wir der göttlichen Mutter Gaben dar,
Und Wir erhalten Ihren Segen,
Werden erfüllt mit einem Gefühl der Ermächtigung.

OM TARE TUTARE TURE SOHA

Mit dieser Fülle der Ermächtigung,
Strahlen Wir das Licht des Mitgefühls aus zum Wohle aller.
Wir stellen uns die vor, die Hilfe brauchen,
Die uns nahe sind,
Die in jeder Art von Konflikten sind.
Wir stellen uns die Situationen auf der Welt vor
Die Hilfe erfordern.
Wir denken an die Not der Kinder ohne Nahrung und Führung.
Wir denken an die Situation in den Innenstädten der Welt.
Wir denken an Wut und Haß zwischen den Ländern.
Wir denken an die Verzweiflung in Beziehungen.
Wir denken an die Einsamkeit der Alten.
Wir denken an die Kranken.
Wir denken an die Sterbenden.
Wir denken an all die Schrecken der Unwissenheit.
Und Wir senden das Licht unseres Mitgefühl in die dunkelsten Orte,
Bringen Inspiration, bringen Licht,
Geben alles, was nötig ist
Kraft des Mantras.

OM TARE TUTARE TURE SOHA (Segen des Mantras)



"GESTURE OF BALANCE"

by TARTHANG TULKU

Like the sun which emits countless rays, compassion is the source of all
inner growth and positive action

The Mahayana reveals all experience however frustrating is still open in an
essential way,,,we do not need to seek escape from it

If we want to attain inner peace and balance we must begin with honesty
Intelligence is required because there are many obstacles to overcome
It is important to recognize the power of our emotions-and to take
responsibility for them by creating a light and positive atmosphere around
ourselves. this attitude of joy which we create helps to alleviate states
of hopelessness, loneliness, and despair.

The patterns of your daily life can be your education. From time to time
analyze your thoughts and examine the events of your life; and practice
being aware every moment. when you do this steadily each day, you will
develop a healthy quality of genuineness; your life will become less
chaotic and confused, and you will not be so interested in looking for
satisfaction outside yourself. Face each situation with awareness that is
one of the best ways to take responsibility
Visualization is very helpful in the development of awareness,
concentration and clarity. By focusing our consciousness on specific images
or symbols, we can loosen the mental constructs that define and limit our
perceptions. We thus become open to wider dimensions of experience and are
less vulnerable to our emotions.
As we look at an image very loosely with our eyes completely relaxed and
our breath and body very still very receptive, the image eventually merges
with our awareness.
Practice patiently, for it takes time to perfect these abilities.

When we learn to control the emotions through meditation, we become less
burdened by our problems; our bodies and minds become very still, and
anxiety starts to dissolve in calm relaxation and quiet. We can then begin
to work with our problems directly, for we no longer feel the need to
escape them. Our tenseness and blockages naturally ease.

As we develop meditation, we no longer need to rely on intellectual
explanations to justify who we are, for our restricting self-identity fades
away, like fog touched by sunlight. Once we understand this, we do not need
to struggle with our egos and negative emotions-or with discriminations of
good or bad, positive or negative, spiritual path or habitual action.
Within the meditation experience, spontaneous awareness arises by itself
and emotional conflicts and problems begin to lose their holding power and
become very cloud-like. Once we stop feeding our problems, they disappear
within awareness itself. The whole nature of the mind is our meditation.
And through this our minds become illumined with a powerful, precious
energy, we directly experience an indescribable , all-knowing
understanding.



"In a world tilting constantly towards madness it is good to celebrate the
victories of love."

TARA MEDITATION
Frontal visualization_

We begin by establishing our motivation for practice.
To manifest our own wisdom
The understanding of the interconnectedness of all
We emanate the light of compassion
Recognizing that we are infinitely capable of benefiting all we touch.
(Refuge and Bodhicitta)
We now invoke the presence of the Great Goddess
Focusing upon Her attributes
We imagine before us the most incredibly beautiful feminine presence
Shimmering with light
Radiantly green like a meadow in springtime
Her eyes look right at us
She looks right into us
She sees everything about us
She sees our strengths, our victories, our aspirations
She sees our confusion and our pain
She sees everything about us and She loves us as a Mother loves Her child.
She's smiling.
She has a good sense of humor about it.
Her beautiful face is round and lovely.
She is youthful, for She has gone beyond death.
Her long hair cascades down Her back, for She is free to move within the
worlds and the dimensions,
There is a topknot on Her head, the highest, unsurpassed, enlightened mind,
She is covered with gems and jewels that sparkle and dance.
All of life's experiences adorn Her.
There are five gems in Her crown,
The emotions have become an expression of the highest wisdom,
Her earrings, necklaces all shine.
The short necklace is Her mindfulness,
The long necklace is Her joy.
Round breasts,
Covered with silks, for She is willing to attract others to Her to bring
them
benefit.
Her right hand is extended outwards, for She gives all that is needed.
Her left hand gestures at Her heart, "Fear not; I am a true source of
refuge."
The ring finger and thumb of Her left hand hold the stem of a lotus which
blooms by Her left ear.
The blue lotus that rises out of the mud of samsara, of the phenomenal
world,
to blossom into feminine wisdom.
She is Nalini, the blue lotus, the yogini,
Turning away from the light of the dance of duality
Into the darkness of Her own heart to find the wisdom of unity.
Her right leg is extended outwards, for She is swift to go to all who call
out to Her.
Her left leg is pulled in, for She has mastered the power of desire.
Her head is tilted to the right, for She has mastered the power of anger
and
hatred.
She is seated on a lotus, which is wisdom, and a moon-seat, which is
compassion.
And She is radiating light out into all the infinite universal worlds,
Blessing all She touches.
We bow before this great Mother,
Asking Her to free us of our arrogance.
Seeing ourselves as better than or less than others,
Not recognizing the truth,
That at the heart of every being wisdom dances.
And as we bow, the light from Her body
Purifies us, frees us,
And it enters into the world, and it frees the world of arrogance.

We offer before Her everything that is precious to us,
Our homes, our families, this beautiful, precious earth,
Asking that She free us of greed and clinging.
The light from Her body pours into us,
Freeing us of greed, grasping, and clinging.
And it pours into the world, and it frees the world of clinging.

We open our hearts to Her, revealing any negativity we have ever indulged
in,
Any darkness, any habit patterns of the mind that are destructive,
Our anger, our hatred.
The light from Her body purifies us, frees us.
And it enters into the world, frees the world of anger, and hatred, and
war.

We rejoice before Her, asking to be free from jealousy,
The tendency to dislike anything that anyone ever achieves.
Instead, we rejoice for them,
And the light from Her body frees us of jealousy.

We request teachings from Her,
Asking Her to be free of our ignorance and confusion.
The light from Her body enters into us, purifies us,
Enters into the world, and purifies the world of ignorance.

We request Her to please stay and not leave us,
To purify us of any tendency where we have ever disrespected the wisdom
teachings and those who carry them.
The light from Her body frees us and frees the world.

Whatever power we achieve through this practice,
We ask Her to free us from spiritual pride.
We dedicate anything that we achieve to the empowerment of all.

In this way, the last veil falls away,
And We manifest Ourselves as the Goddess Tara.

_Ourselves as Tara_

Our body is green, brilliant, like a meadow in springtime
Our eyes look out at all humankind.
We look into every heart
We see everything about everyone
We see their aspirations and achievements
We see their confusion and their pain
We love them as a Mother loves Her children.
Smiling, a good sense of humor about it all.
Our long hair cascades down Our back, for We are free to move within the
worlds and the dimensions,
A topknot on Our head, the highest, unsurpassed, enlightened mind,
Covered with gems and jewels that sparkle and dance.
All of Our life's experiences adorn Us.
Five gems in Our crown,
Our emotions transposed into the highest wisdom,
Earrings, necklaces.
The short necklace is Our mindfulness,
The long necklace is Our joy.
Youthful body, Round breasts, for We've gone beyond death.
Covered with silks, willing to attract others to Us to bring them benefit.
Our right hand is extended outwards, for We give all that is needed.
Our left hand gestures at Our heart, "Fear not; I am a true source of
refuge."
Thumb and ring finger grasp the stem of a lotus which blooms by Our left
ear.
The lotus that rises out of the phenomenal world, manifesting the wisdom of
unity.
The blue lotus, for We are Nalini, the yogini who turns within
To discover the truth away from the light and the dance of the relative
world.
Our right leg is extended outwards, for We are swift to go to all who call
out to Us.
Our left leg is pulled in, for We have mastered the power of desire.
Our head is tilted slightly to the right, for We have mastered the power of
anger and hatred.
We are seated on a lotus, which is wisdom, and a moon-seat, which is
compassion.
And We are radiating light out into all the countless directions of the
universe,



And where every ray of light emanates,
Another form of Tara appears.
Infinite forms of Tara in every color of the rainbow.
Red ones, blue ones, green ones, purple ones, black ones, white ones,
Every color, manifesting every quality.

(Qualities of Tara)

Through this practice, all suffering, all poisons,
All confusion is eliminated from Our life.
All fear is removed, and all auspicious conditions are established.

Chanting the mantra, We make offerings to the divine mother,
And We receive Her blessing,
Being filled with a sense of empowerment.

OM TARE TUTARE TURE SOHA

Having this fullness of empowerment,
We radiate the light of compassion,
Bringing benefit to all.
We imagine those who need help,
Those who are close to Us,
Those who are in conflict of any kind.
We imagine those situations in the world
That need help.
We imagine the plight of children who do not have food, who do not have
guidance.
We imagine the situation in the inner cities of the world.
We imagine the anger and hatred that moves between countries.
We imagine the despair that moves in relationships.
We imagine the despair of old age abandoned.
We imagine sickness.
We imagine death.
We imagine all of the horrors of ignorance.
And We send the light of Our compassion into the darkest places,
Bringing inspiration, bringing light,
Giving all that is needed
On the power of the mantra.

OM TARE TUTARE TURE SOHA

(Blessing of the mantra)

 

Heilsame Gebete und Texte 2

SHANTIDEVA

Möge ich ein Beschützer für die Schutzlosen werden,
ein Führer für die Reisenden auf der Straße,
und möge ich für diejenigen,
die das Wasser überqueren wollen,
ein Boot, ein Schiff oder eine Brücke sein.


Möge ich eine Insel für diejenigen sein, die
trockenes Land suchen,
eine Lampe für diejenigen, die Licht benötigen,
eine Ruhestätte für diejenigen, die eine solche wünschen,
und ein Diener für diejenigen, die Dienste benötigen.


Genau wie die großen Elemente, die Erde zum Beispiel,
Und genau wie der ewige Raum,
möge ich zur Grundlage werden, aus der alles entsteht
für den Erhalt des Lebens von zahllosen Lebewesen.


Und bis sie jenseits von Leiden gegangen sind,
möge ich alle Formen des Lebens nähren
in sämtlichen Bereichen der Lebewesen,
die bis ans Ende des Raumes reichen.

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GURU RINPOCHE

Segne mich mit deiner Güte,
leite mich und die anderen mit deiner Liebe auf unserem Weg,
gewähre mir mit deinem Geist der Erkenntnis die besonderen Fähigkeiten.
Zerstreue mit deiner Macht die Hindernisse auf meinem Weg und dem der anderen.
Löse die äußeren Hindernisse auf,
löse die inneren Hindernisse auf
und löse die geheimen Hindernisse in den Raum auf.

Mit Ehrfurcht verbeuge ich mich und nehme Zuflucht zu Dir,

OM AH HUNG

VAJRA GURU PEME SIDDHI HUNG
(Chokgyur Lingpa)

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Göttliche Mutter Tara



gewähre mir Weisheit, damit ich alle Geschehnisse in meinem Leben zutiefst verstehe, meinen Platz in dieser Welt, meine Aufgabe und meine Fähigkeiten.



Gewähre mir Dein Mitgefühl, damit ich andere niemals herzlos
verurteile, weder verbal noch gedanklich, sondern mich immer darum bemühe, ihnen hilfreich zu sein.

Gewähre mir Deine Stärke, damit ich alle meine Negativitäten
überwinde und auch anderen helfe, es zu tun.

Befreie mich von meinen Ängsten, entstanden aufgrund meiner
karmischen Belastungen und meinen Denkgewohnheiten.


Gewähre mir Deine Schönheit, Deine Liebenswürdigkeit, Dein
Geschick, damit ich andere erheitern und inspirieren kann.


Möge jeder Atemzug, jede Bewegung, jedes Wort und jeder Gedanke erfüllt sein von Ehrehrbietung, Dankbarkeit und Wohlwollen.

www.traveling-light.net www.taradhatu.org

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AVALOKITESHVARA

Avalokiteshvara gleicht dem Mond,
dessen kühles Licht
die brennenden Feuer von Samsara löscht.
In seinem Licht öffnet
der Nachtblühende Lotos des Mitgefühls
seine Blütenblätter weit.

Welch süßes Geheimnis ist der transzendentale Klang Avalokiteshvara.
Es ist der Urklang des Universums…Es ist das gezähmte Gemurmel der
beruhigten inneren Gezeiten. Sein geheimnisvoller Klang bringt allen
fühlenden Wesen, die in ihrem Schmerz um Hilfe flehen, Befreiung
und Frieden; es bringt ein Gefühl heiterer Standhaftigkeit all denen, die
nach dem grenzenlosen Frieden des Nirvana streben.

Rigtrul Rinpoche la

Rigtrul Rinpoche la

gilt als die Wiedergeburt des ehrw. Rigzin Wangchuck, der 1910 in Dzum geboren wurde. Er begann seine Studien bereits im Kindesalter im Kloster Ganden. In Begleitung seiner ältesten Schwester, der Nonne Nyima Dolma, suchte er den ehrw. Drukpa Rinpoche auf und wurde zum Mönch ordiniert. Von da ab wurde er Rinpoches ständige Begleiter und widmete sein Leben ausschließlich der spirituellen Praxis. Er wurde der Abt des Mugon Klosters und Rachen Nunnery. Er war auch ein enger Freund des ehrw. Geshe la Lama
Kunchok, der allen Kopanfreunden ein Begriff ist. Rinpoche Rigzin Wangchuck verstarb 1997 im Ganden Monastery nachdem er viele Tage in der „Meditation des klaren Lichtes“ verweilt hatte. Zum Zeitpunkt seines Todes traten viele außergewöhnliche Naturerschei-nungen auf.

Der ehrw. Rigtrul Rinpoche wurde 1999 als Sohn hingebungsvoll praktizierender Eltern mit einem stark spirituell ausgerichteten Familienhintergrund geboren. Vor seiner Geburt hatte die Mutter einen verheißungsvollen Traum, dem sie aber zunächst nicht nachging.
Der Vater starb, als der Junge noch sehr klein war, was für die Mutter zu erheblichen Schwierigkeiten führte, sich und das Kind durchzubringen.

Der Junge zeitigte ungewöhnliche Fähigkeiten, er erinnerte Begebenheiten aus seinem früheren Leben und die Namen seiner Schüler und sprach viel über sein Kloster. Als er zur Schule gehen sollte, zeigte er eine große Abneigung dagegen und bestand darauf, ins Kloster zu gehen und Mönch zu werden.

Die Mutter brachte ihren Sohn wiederholt zu Drukpa Rinpoche (in seiner aktuellen Reinkarnation). Dieser hatte vor den Besuchen jeweils Träume, die darauf hinwiesen, dass es sich bei dem Jungen um eine Wiedergeburt des ehrw. Rigzin Wangchuck handelte. Er bat Rinpoche im Traum,sich seiner anzunehmen.

Da Drukpa Rinpoche sein Kloster in Dzum vor einiger Zeit dem Kloster Kopan überantwortet hatte, setzte er sich mit Khenrinpoche Lama Lhundrup Rigsel in Verbindung, der bereit war, den kleinen Rinpoche bei sich aufzunehmen und ihm die entsprechende spirituelle Erziehung angedeihen zu lassen. So erfolgte die Inthronisation des ehrw. Rigtrul Rinpoche am 04.04.2005.





Rigtrul Rinpoche la

is considered the reincarnation of the venerable Rigzin Wangchuck, born 1910 in Dzum. He started to study at Ganden monastery already at a very young age. With his eldest sister, the nun Nyima Dolma, he went to see the venerable Drukpa Rinpoche and was ordained as a monk. From that time on, he accompanied Rinpoche everywhere and dedicated all of his life to his spiritual practice. He became the abbot of the monastery and the Rachen Nunnery. He was a close friend of the venerable Geshe la Lama
Kunchok, of whom all friends of Kopan have heard. Rinpoche Rigzin Wangchuck died 1997 at Ganden Monastery after abiding in the „meditation of the clear light“ for many days. At the time of his death, many extraordinary nature phenomena occurred.

The venerable Rigtrul Rinpoche was born in 1999 as son of very dedicated practicioners with a strong spiritually oriented family background. Before his birth, his mother had an auspicious dream, which at first she did not consider very important. His father died when the boy was still very young, so that the mother had a hard time struggling for her livelyhood and that of her child.

The boy featured extraordinary abilities, remembering events from his previous life and names of his students, and he was talking a lot about his monastery. When he was supposed to attend school, he showed strong aversion against school and insisted on becoming a monk in a monastery.

His mother took her soon several times to Drukpa Rinpoche (in his present reincarnation). He had auspicious dreams before each of their visits, showing him that the boy was a reincarnation of the venerable Rigzin Wangchuck. He asked Rinpoche in his dream to take care of him.

As Drukpa Rinpoche had entrusted his monastery in Dzum to the Kopan monastery some time ago, he contacted Khenrinpoche Lama Lhundrup Rigsel, who was prepared to host the little Rinpoche and provide him with the corresponding spiritual training. So the venerable Rigtrul Rinp. was enthroned on 04th April, 2005.

100 Silben Mantra

Vajrasattva-Mantra mit sinngemäßer Bedeutung und deutscher Aussprache:

om vajrasattva / samayam anupalaya / Om Vajrasattva, beschütze mein Gelöbnis
vajrasattva tvenopatistha / Vajrasattva, möge ich durch dich beschützt werden.
dridho me bhava / Bleibe fest bei mir.
sutosyo me bhava / Mögest du dich über mich freuen.
suposyo me bhava / Mögest du glücklich über mich sein.
anurakto me bhava / Habe Zuneigung für mich.
sarva siddhi me prayaccha / Verleihe mir alle Vollendung.
sarva karma su ca me / Mache alle meine Taten gut und
cittam sriyam kuru hum / meinen Geist höchst glorreich. Hum.
ha ha ha ha hoh bhagavan / Ha ha ha ha hoh, Oh Erhabener.
sarva tathagata vajra / Vajra aller Tathagatas.
ma me muncha / Gib mich nicht auf.
vajra bhava / Du, dessen Wesen von unnachgiebiger Natur ist.
maha samaya sattva / Einzigartiger mit dem großen Versprechen.
ah hum phat / Ah hum phat.

Deutsche Aussprache des Mantras (Sanskrit)

om wadschrasattwa / samayam anupalaya /
wadschrasattwa twenopatischtha /
dridho me bhawa /
sutoschyo me bhawa /
suposchyo be bhawa /
anurakto me bhawa /
sarwa siddhi me prayatscha /
sarwa karma su tscha me /
tschittam schriyam kuru hum /
ha ha ha ha hoh bhagawan /
sarwa tathagata wadschra
ma me muntscha /
wadschra bhawa /
maha samaya sattwa /
ah hum phat /

Tara Tanzkommentar

21 Taras

(Kommentar zum Lobpreis der 21 Taras auf der Grundlage von einem Begleittext von Prema Dasera, der Schöpferin des Taratanzes)

1. swift protection unverzüglicher Schutz

Sie erscheint mitten im freien Raum auf einem goldenen Lotus umgeben von Feuerschein und sagt: Ich werde alle Wesen über den Ozean des Leidens geleiten und sie durch das Verstehen ihrer wahren-reinen- Natur zum sicheren Ufer bringen.

2. creative wisdom schöpferische Weisheit

Sie ist die Schutzpatronin jeglicher Kreativität, von Musik, Malerei, Literatur und Bühnenkunst. Sie verleiht die geistige Flexibilität, Probleme in Herausforderungen und Schwierigkeiten in Chancen zu verwandeln.

3. impeccable virtue vollkommene Tugend

Sie erscheint in dem nachtblühenden blauen Lotus. Sie verspricht vollkommene
Befriedigung durch ein tugendhaftes Leben, das zu innerer Klarheit und Ruhe
führt. –Tugend verstanden als Resultat einer höheren Weisheit und Einsicht.

4. all victorious überall siegreich

Sie wird als Mutter aller Buddhas bezeichnet. Sie hilft mit allen Problemen materieller, geistiger und spiritueller Art fertig zu werden und wird selbst
von den höchst entwickelten Wesen verehrt.

5. sublime intelligence überragende Intelligenz

Die Silben Tutare und Hung stehen für Weisheit und Mitgefühl und der Klang dieser Silben durchdringt alle Daseinsbereiche mit Licht. Dadurch werden alle Ängste aufgelöst. Sie durchschaut die Illusionen Samsaras und hilft, unseren Geist zu meistern, der in schwierigen Situationen oft in destruktive Verhaltensmuster verfällt.

6. worthy of honour der Ehrerbietung würdig

Sie zeigt einen zornvollen Aspekt, sodass sie selbst von den Elementarkräften und bösen Geistern- in welcher Form auch immer sie erscheinen- respektiert wird. Dadurch ist sie auch eine Heilerin. Negativität kann ihr nichts anhaben.

7. invincible courage unbesiegbarer Mut

Mit grimmigem Blick und wild zerzaustem Haar ruft sie Tre und Pet, Ausdruck
ihres zornvollen Mitgefühls. Fest gegründet in transzendentaler Weisheit findet
ihr Mitgefühl einen feurigen Ausdruck in ihren Aktivitäten. Sie zerstört
negative Energien spurlos.


8. destroys negativity/ negative thoughts/ harmfull emotions zerstört das Zerstörerische

Sie sitzt mit Zornesfalten auf der Stirn gold schimmernd auf einem Krokodil. Hier geht es um die Beseitigung unserer Negativitäten in Gefühl und Geist, denn dies sind unsere wahren Feinde. -Die Verzerrungen in unserem von Unwissenheit verblendeten Geist, unsere von Eigennutz und Zorn getrübten Wahrnehmungen. Sie demonstriert die Entschlossenheit, mit diesem negativen Geist aufzuräumen.



9. True refuge wahre Zuflucht

Ihre Wirkung wird mit dem kühlen Schatten eines Sandelholzwaldes verglichen. Durch das Mudra ihrer linken Hand stellt die Verbindung zu den drei Juwelen, Buddha, seiner Lehre und der Gemeinschaft seiner Anhänger her, dem Inbegriff des Schutzes vor allen Bedrohungen und Ängsten. Die rechte Hand zeigt die Geste des Gewährens von Schutz, Kraft und höherer Erkenntnis.


10. joy and laughter Freude und Lachen

Sie vereinnahmt alle Wesen durch ihre hinreißende Ausstrahlung, ihr mitreißendes Lachen. Sie hilft uns, weder uns selbst noch unsere Dramen zu ernst zu nehmen. Mit ihrer Unterstützung lassen wir uns aber auch von aufgeblasenem Gehabe anderer nicht mehr so beeindrucken.


11. distributor of wealth Füllhorn des Wohlstands

Eine Gewitterwolke, die Juwelen regnen lässt. Sie hat die Macht über die Naturgewalten, sie sorgt für ausreichend Regen und eine gute Ernte. Sie sorgt dafür, dass der Reichtum gerecht verteilt wird und ist deshalb die Tara der Bedürftigen. Sie bietet den größten Reichtum an, den es gibt, nämlich das Verständnis der Lehre.


12. auspicious beauty glückverheissende Schönheit

Sie wird dem zunehmenden Mond verglichen, der auf Fruchtbarkeit hinweist. Sie bringt in jeder Hinsicht Glück, sorgt für Harmonie mit uns selbst und der Umwelt und für Reife. Sie ist mit dem Buddha Amitabha, dem Buddha des Lichtes verbunden, der die Bedürfnisse aller Wesen erfüllt.


13. irresistible truth unwiderstehliche Wahrheit

Sie schreitet voran wie lodernde Flammen, wie eine Feuersbrunst sich ausbreitet Ihr Weisheitsfeuer verzehrt Illusionen und sie bringt Freude all denen, die sich auf dem spirituellen Pfad befinden. Sie wirkt magnetisierend. Sie lehrt den Weg der Erleuchtung und hilft den Geist zu strukturieren. Dadurch führt sie zu Reife und Klarheit.


14. ferocious compassion zornglühendes Mitgefühl

Sie ist geschmückt mit Totenschädeln, sie ist ausgestattet mit drei rotglühenden Augen und Donnerkeile sprühen von der Silbe Hung an ihren Handinnenflächen und Fußsohlen. Sie ist die zornvolle Mutter, die von selbstzerstörerischem Verhalten abhält. Ihrer Wildheit liegt Mitgefühl zugrunde. Ihr Zorn will zum Erwachen bringen, will erziehen, will schützen. Sie will Bewußtsein schaffen. Es liegt nicht in ihrer Absicht zu verletzen oder klein zu machen.


15. serene peace Gelassenheit und Friede

Sie erscheint mit Jasminblüten und reinigendem Wasser. Ihre Erscheinung weist auf das Nirwana jenseits aller weltlichen Leiden hin.
Alles Negative wird durch sie bereinigt. Alles kann bereinigt werden. Sie befreit von Schuldgefühlen und Angst.


16. destroyer of attachment Zerstörerin der Abhängigkeit

Sie ist von strahlender Schönheit. Sie hilft Süchte zu bewältigen und das Gefühl, etwas unbedingt haben zu müssen, wodurch wir uns hindern, die Wahrheit zu sehen, nämlich die Begrenztheit all dessen, was wir begehren. Sie hilft uns die Freiheit zu entdecken, Dharma zu praktizieren und dadurch absolutes Glück zu erlangen.


17. bliss and joy Segen und Freude

Sie hat die Farbe tanzender Flammen. Sie ist bekannt als die schnelle Helferin.
Spielerisch-kraftvoll erschüttert sie die gewaltigsten Berge und die Welten erzittern unter ihren tanzenden Füßen. Sie eilt bereitwillig allen zu Hilfe, die nach ihr rufen.


18. transformer of poison Umwandlerin von Gift

Diese Tara wird mit einem Pfau verglichen, der durch die Aufnahme von Gift nur umso prachtvollere Schwanzfedern entwickelt.
Sie verwandelt die Geistesgifte in Weisheit indem sie die Silben Tara Tara Pe ausspricht. Sie hält den Mond in ihren Händen, in dem man die Gestalt eines Rehs erkennen kann, den Aspekt des Geistes, der bereit ist, sich zähmen zu lassen.


19. remover of sorrow Vertreiberin von Sorge

Von anmutiger Gestalt ist sie weiß wie eine Seemuschel umgeben von roten und weißen Lichtstrahlen. Sie ist die Tara der Einsamen, der Menschen in Not. Sie gewährt Hilfe und Beistand all denen, die von Ängsten und bösen Träumen gequält werden, in Streit- und Krisensituationen, bei Kriegsgefahr. Sie hilft, Konflikte friedlich zu lösen. Sie ist immerzu da, und sie lässt das Gefühl der Verbundenheit mit allen Wesen entstehen. So wird die Illusion der Einsamkeit überwunden.


20. radiance, health strahlende Gesundheit

Sie meditiert in Zurückgezogenheit in den Bergen. Sie ist eine große Heilerin und erhellt die Dunkelheit der Unwissenheit und Verblendung vergleichbar den Gestirnen Sonne und Mond. Durch Hara Hara und Tutare vertreibt sie Schmerz und schlimmste Krankheit.


21. complete enlightment vollkommene Erleuchtung

Sie ist die strahlende Himmelstänzerin. Sie hat die Erleuchtung erlangt und ruht vollkommen in sich selbst. Dadurch ist sie Dämonen und bösen Geistern restlos überlegen. Sie ist einzigartig und unübertroffen.

Das offene Herz

Das Offene Herz

Es geht um die Entwicklung von Bodhicitta, den Erleuchtungsgeist.
„Bodhi“ bezieht sich auf die Totalität und „Citta“ auf den Geist oder das Herz.

Warum ist unser Leben oft so langweilig? Warum fühlen wir uns einsam und träge? Weil wir unser Herz nicht für andere öffnen wollen! Wenn wir unser Herz öffnen, dann bringt das von ganz alleine unsere Trägheit und Selbstsucht zum Verschwinden.

Und auch unsere Einsamkeit. Warum fühlen wir uns einsam und alleine? Weil wir untätig sind! Wenn wir etwas tun, dann haben wir keine Zeit für Einsamkeit. Einsamkeit hat etwas mit einem trägen und inaktiven Geist zu tun. Die Ursache liegt in unserem Kreisen um uns selbst. Aus diesem Grunde ist unser Herz blockiert.

Dem Buddhismus zufolge, vom Standpunkt der buddhistischen Psychologie aus gesehen, ist es unmöglich, andauernde Zufriedenheit zu erlangen, solange wir unsere Selbstsucht nicht durch Nächstenliebe bzw. durch Wertschätzung der anderen Wesen ersetzen. Wenn wir damit beginnen, unser Herz für andere zu öffnen und uns ihnen zu widmen, dann ist diese Praxis die Garantie für das
Erlangen von Zufriedenheit.

Der Geist der Selbstsucht ist unglaublich. Er wirkt wie ein Messer im Herzen. Wenn uns jemand ins Herz sticht, dann tut uns das weh, nicht wahr? Was uns am meisten schmerzt ist unsere Selbstsucht, meine ich. Damit bringen wir uns um. Damit ruinieren wir unser Leben.

Wenn ihr diese Schmerzen in eurem Herzen loswerden wollt, dann müsst ihr euch öffnen. Wenn ihr euren Kummer los werden wollt, müsst ihr euer Herz öffnen. Ihr müsst euch in umfassender Weise um alle Wesen Kümmern und , so gut es geht, alle Wesen in dieser Welt in euer Herz schließen. Das ist das Gegenmittel von Selbstsucht, das Gegenmittel für den Schmerz der Seele.

Der einfachste Weg, euch von Schmerzen und Aufregung zu befreien besteht darin, euch so weit wie möglich anderen zu widmen. Damit verschwindet die Selbstsucht von ganz allein. So zu denken ist einfacher als zu versuchen, ohne Ablenkung zu meditieren. Manchmal sind Meditierende sehr ärgerliche Leute, weil sie so empfindlich sind. So schrecklich empfindlich. Wenn ihr jedoch etwas von der Psychologie des Buddhismus verstanden habt, dann seht ihr, wie die Menschen etwas ganz kostbares sind. Und ihr fangt an, euch um sie zu kümmern und euch ihnen zu widmen. Dann habt ihr Raum. Soviel Raum. Wenn dann jemand daher kommt und schimpft, euch beschimpft, dann habt ihr immer noch genügend Raum, euch nicht darüber zu ärgern.

Es ist so einfach, sich zu widmen, sich hinzugeben. Es bringt eine ganz besondere Art von Zufriedenheit. Viele seltsame Gedanken werden einfach dadurch beseitigt, wenn man ein Herz für eine Sache hat und sich ihr widmet.

„Hingabe ist meine Praxis. Hingabe ist mein Leben“. Wenn jemand das von sich sagen kann, ist das sehr vernünftig. - Ihr tut einfach, was ihr vernünftig findet.

Kleben am eigenen Glück ist die Ursache aller leiden. In gewissem Maße rühren alle Probleme der Welt von der Verhaftung am eigenen Glück.





The Open Heart

It is about the development of Bodhicitta, the mind striving for enlightenment.
„Bodhi“ refers to totality and „Citta“ to mind or heart.

Why are our lives often so boring? Why do we feel lonely and inert? Because we do not want to open our hearts for others! If we open our hearts, our inertia and selfishness will disappear automatically.

And our lonelyness as well. Why do we feel lonely? Because we don't do anything! When we are doing something, we have not time for loneliness. Loneliness has to do with an inert and inactive mind. The cause is our circling around ourselves. Therefore, our hearts are blocked.

In Buddhism, from the point of view of Buddhist psychology it is impossible to attain lasting satisfaction, as long as we do not substitute our selfishness with love and appreciation for our fellow beings. If we begin to open our hearts for others and have dedication for their concerns, this practice will be the guarantee for achieving satisfaction.

The selfish mind is unbelievable. It is like a knife in the heart. If someone stabs a knife into our heart, that hurts, right? What hurts us most is our selfishness, I think. With this, we kill ourselves and ruin our lives.

If you want to get rid of this pain in your hearts, you have to open up. When you want to get rid of your sorrow, you have to open your hearts. You have to take care of all beings in an all-encompassing way, as good as you can, take alle beings of this world into your hearts. This is the opposite of selfishness, the antidote against the pain of the soul.

The easiest way to free yourselves of pain and excitement is to take care of others as much as you can. Thus selfishness will disappear automatically. Thinking this way is easier than trying to meditate without distraction. Sometimes, meditators are very angry people, because they are so sensitive. Terribly sensitive. However, if you have understood some of the Buddhist psychology, you see how precious human beings are. And you start taking care of them with dedication. Then you have space. So much space. If someone comes up scolding, you have enough space not to get angry.

It is so easy to have dedication. It brings a special kind of satisfaction. Dedication to something simply removes many strange thoughts.

„Dedication is my practice. Dedication is my life“. If someone can say this about himself, this is very reasonable. - You simply do what you find reasonable.

Attachment to one's own happiness causes all suffering. In a way, all problems of the world are caused by attachment to one's own happiness.

Lama Yeshe

Lass Deinen Geist weit werden wie das Meer

Kapitel 4 von „MAKE YOUR MIND AN OCEAN” von Lama Yeshe





Schau in Deinen Geist. Wenn Du glühender Anhänger des Glaubens bist, daß aller Genuß in Deinem Leben von Materiellem abhängt und Dein ganzes Leben damit verbringst, diesem hinterherzujagen, dann bist Du in der Hand einer folgenschweren Fehleinschätzung. Diese Haltung ist nicht nur eine rein intellektuelle Angelegenheit. Wenn Du das zum ersten Mal hörst, denkst Du vielleicht: “Oh, so denke ich nicht; ich glaube nicht total daran, daß mir äußere Objekte zum Glück verhelfen.” Doch schau einmal tiefer hinein in den Spiegel Deines Geistes. Du wirst entdecken, daß unter Deinem lntellekt wirklich so eine Haltung verborgen ist und Deine alltäglichen Handlungen zeigen, daß Du ganz tief in Dir drin an diese falsche Vorstellung glaubst. Nimm Dir jetzt einen Augenblick Zeit, um in Dich hineinzusehen, ob Du wirklich unter dem Einfluß so einer solchen weniger entwickelten Geisteshaltung stehst oder nicht.


Ein Geist, der so sehr an die materielle Welt glaubt, ist eng begrenzt; er hat keinen Raum. Er ist von Natur aus krank, ungesund, oder in buddhistischer Terminologie dualistisch.


In vielen Ländern haben die Menschen Angst vor denen, deren Verhalten außerhalb der Norm steht, z.B. Drogenkonsumenten. Sie verabschieden Gesetze gegen Drogenkonsum und schaffen ausgefeilte Zollkontrollen, um Drogenschmuggler bei der Einreise abzufangen. Schaut einmal näher hin. Drogenkonsum entsteht nicht aus der Droge selber heraus, sondern aus dem Geist des Menschen. Es wäre sinnvoller, vor der psychologischen Haltung — dem getrübten Geist – Angst zu haben, der Menschen zu Drogenkonsum oder anderen selbstzerstörerischen Verhaltensweisen verleitet, doch stattdessen machen wir viel Getue um die Drogen selber, wobei wir völlig die Rolle des Geistes ignorieren. Auch das ist eine folgenschwere Fehleinschätzung, viel schlimmer als die Drogen, die ein paar Leute nehmen.


Fehleinschätzungen sind viel gefährlicher als ein paar Drogen. Drogen selber breiten sich nicht zu weit aus, aber Fehleinschätzungen können sich überall hin verbreiten und Schwierigkeiten und Unruhe in einem ganzen Land verursachen. All das entsteht im Geist. Das Problem ist, wir verstehen die psychologische Natur des Geistes nicht. Wir richten unser Augenmerk nur auf die physischen Substanzen, die Leute nehmen; wir haben überhaupt keine Ahnung von den dummen Ideen und getrübten Fehleinschätzungen, die ständig über die Grenzen kommen.


Alle mentalen Probleme entstehen im Geist. Wir müssen eher den Geist behandeln, als den Leuten zu sagen: “Oh, du bist unglücklich, weil Du Dich schwach fühlst. Du brauchst nur ein starkes neues Auto...” oder sonstigen materiellen Besitz. Anderen zu raten, sich für ihr Glück etwas zu kaufen, ist kein kluger Rat. Das Grundproblem der Person ist die geistige Unzufriedenheit, nicht der Mangel an materiellem Besitz. Wenn es um die Herangehensweise an mentale Probleme und die Behandlung von Patienten geht, gibt es einen großen Unterschied zwischen Buddhas Psychologie und der Praxis im Westen.


Wenn der Patient zurückkommt und sagt: “Nun, ich hab das Auto gekauft, das Sie empfohlen haben, aber ich bin immer noch nicht glücklich,” sagt der Doktor vielleicht: “Sie hätten ein teureres kaufen sollen, oder eine andere Farbe.” Selbst wenn er genau das tut, wird er immer noch unglücklich zurückkommen. Egal, wieviele oberflächliche Veränderungen in seiner Umgebung stattfinden, seine Probleme hören dadurch nicht auf.


Buddhistische Psychologie empfiehlt, statt ständig einen aufgewühlten Zustand gegen einen anderen einzutauschen — und damit einfach endlos ein Problem gegen ein anderes zu ersetzen – Autos ganz aufzugeben und zu schauen, was geschieht. Ein Problem mit einem anderen zu sublimieren ist keine Lösung; es ist nur ein Tausch. Obwohl oft Veränderung den täuschenden Eindruck erwecken kann, daß es einem besser geht, ist das nicht der Fall. Im Prinzip erlebt man immer dasselbe. Natürlich meine ich all dies nicht wörtlich. Ich versuche zu veranschaulichen, wie man versucht, mentale Probleme durch physische Mittel zu lösen.


Erkenne die Natur Deines Geistes. Als Menschen suchen wir immer Zufriedenheit. Durch Erkenntnis der Natur des Geistes können wir diese Zufriedenheit in uns selber finden; vielleicht sogar für immer. Aber Du mußt die Natur Deines Geistes erkennen. Wir sehen die Sinneswelt so klar, aber sind so völlig blind für unsere innere Welt, wo uns die ständigen Mechanismen unserer Fehleinschätzungen unter der Herrschaft von Unglück und Unzufriedenheit halten. Das müssen wir erkennen.


Daher ist entscheidend, ganz sicher zu sein, daß Du nicht unter der Fehleinschätzung handelst, daß Dir nur äußere Objekte Zufriedenheit geben oder Dein Leben lebenswert machen können. Wie gesagt ist dieser Glaube nicht nur einfach intellektuell — die lange Wurzel dieser Täuschung reicht tief hinein in Deinen Geist.

Viele Deiner stärksten Sehnsüchte sind tief unter Deinem Intellekt vergraben; was unter dem Intellekt liegt, ist normalerweise viel stärker als der Intellekt selber.

Manche mögen denken: “Ich bin grundsätzlich psychisch gesund. Ich glaube nicht an Materielles; ich beschäftige mich mit Religion.” Allein die Tatsache, daß Du religiöse Philosophie oder Doktrinen studiert hast, macht aus Dir noch keinen spirituellen Menschen. Viele Universitätsprofessoren können klare intellektuelle Erläuterungen zu Buddhismus, Hinduismus und Christentum abgeben, aber das alleine macht aus ihnen noch keine spirituellen Menschen. Sie sind mehr Fremdenführer für die spirituel Neugierigen. Wenn Du Deine Worte nicht in Erfahrungen umsetzen kannst, hilft das Gelernte weder Dir noch anderen. Es gibt einen großen Unterschied zwischen der Fähigkeit, Religion intellektuell zu erklären, und der Umwandlung dieses Wissens in spirituelle Erfahrung.

Du mußt das Gelernte in eigene Erfahrung umsetzen und die Ergebnisse der verschiedenen Handlungen verstehen. Eine Tasse Tee ist wahrscheinlich nützlicher als erlerntes Wissen über eine Philosophie, die Deinem Geist nicht weiterhilft, weil Dir der Schlüssel fehlt – sie stillt wenigstens Deinen Durst. Das Studieren einer Philosophie, die nicht funktioniert, ist Zeit- und Energieverschwendung.

Ich hoffe, daß Ihr versteht, was das Wort “spirituell” wirklich bedeutet. Es bedeutet, die wahre Natur des Geistes zu suchen, zu erforschen. Außerhalb davon gibt es nichts Spirituelles. Mein Rosenkranz ist nicht spirituell; meine Roben sind nicht spirituell.

Spirituell bezieht sich auf den Geist, und spirituelle Menschen sind diejenigen, die seine Natur erkennen wollen. Dadurch verstehen sie die Auswirkungen ihrer Handlungen von Körper, Sprache und Geist. Wenn Du nicht die karmischen Auswirkungen von Deinen Gedanken und Taten erkennst, kannst Du kein spiritueller Mensch werden. Nur ein bißchen Wissen über religiöse Philosophie reicht nicht, um Dich spirituell zu machen.

Um den spirituellen Pfad zu betreten, mußt Du Deine eigene Geisteshaltung zu begreifen beginnen und wie Dein Geist Dinge wahrnimmt. Wenn Du wirklich in Anhaftung an winzige Atome befangen bist, wird Dein begrenzter, nach etwas greifender Geist es Dir unmöglich machen, die Freuden des Lebens zu genießen. Energie von außen ist so unglaublich beschränkt, daß, wenn Du Dir gestattest, Dich davon binden zu lassen, auch Dein Geist selber genauso beschränkt sein wird. Wenn Dein Geist eng ist, versetzen Dich Kleinigkeiten sehr leicht in Aufregung. Mache Deinen Geist weit wie das Meer.

Wir hören religiöse Menschen viel über Moral reden. Was ist Moral? Moral ist die Weisheit, die die Natur des Geistes versteht. Der Geist, der seine eigene Natur versteht, wird automatisch moralischer oder positiver; und die Handlungen, die von solch einem Geist motiviert sind, werden ebenfalls positiv. Das nennen wir Moral. Die grundlegende Natur des beschränkten Geistes ist Unwissenheit; daher ist der beschränkte Geist negativ.

Wenn Du die psychologische Natur Deines eigenen Geistes kennst, sind Depressionen spontan verschwunden; statt Feinde und Fremde zu sein, werden alle lebenden Wesen Deine Freunde. Der beschränkte Geist weist zurück; Weisheit nimmt an. Prüfe Deinen eigenen Geist, ob das stimmt oder nicht. Selbst wenn Du jeden Sinnengenuß erlangen solltest, den der Kosmos zu bieten hat, wärest Du immer noch nicht zufrieden. Das zeigt, daß Zufriedenheit von innen kommt, nicht von irgendwo außen.

Manchmal bewundern wir die moderne Welt: “Welche phantastischen Fortschritte die wissenschaftliche Technologie gemacht hat, wunderbar! Sowas hatten wir noch nie.” Doch tritt mal einen Schritt zurück und schau nochmal hin. Vieles, was wir vor kurzem für phantastisch hielten, wirkt nun gegen uns. Was wir entwickelten, um unser Leben zu erleichtern, verletzt uns jetzt. Schau nicht nur in die unmittelbare Umgebung, sondern so weit wie möglich: Du wirst die Wahrheit erkennen von dem, was ich sage.

Wenn wir materiell etwas schaffen, denken wir erst: “Oh, das ist nützlich.” Aber allmählich wendet sich diese äußerliche Energie nach innen und vernichtet sich selber. Das ist die Natur der vier Elemente: Erde, Wasser, Feuer und Luft. Das lehrt uns die buddhistische Wissenschaft. Unser Körper ist da keine Ausnahme. So lange Deine Elemente zusammenwirken, gedeiht unser Körper prächtig. Aber nach einiger Zeit wenden sich die Elemente gegeneinander und vernichten Dein Leben. Warum geschieht das? Wegen der beschränkten Natur der materiellen Erscheinungen: wenn ihre Kraft verbraucht ist, kollabieren sie wie die alten verfallenden Gebäude ringsum. Wenn unser Körper krank wird und verfällt, ist das ein Zeichen, daß unsere inneren Energien in Konflikt, aus dem Gleichgewicht sind. Das ist das Wesen der materiellen Welt; es hat nichts mit Glauben zu tun. Solange wir in Fleisch, Blut und Knochen eines menschlichen Körpers zur Welt kommen, werden wir immer schlechte Bedingungen erleben, ob wir es glauben oder nicht. Das ist die natürliche Entwicklung des physischen Körpers.

Doch der menschliche Geist ist ganz anders. Der menschliche Geist hat das Potential für unbegrenzte Entwicklung. Wenn Du entdecken kannst, nur ein bißchen, daß wahre Zufriedenheit aus Deinem Geist kommt, erkennst Du, daß Du diese Erfahrung endlos ausdehnen kannst und daß es möglich ist, immerwährende Zufriedenheit zu finden.

Das ist tatsächlich sehr einfach. Du kannst es jetzt selber überpüfen. Wo erlebst Du das Gefühl der Zufriedenheit? In Deiner Nase? Deinem Auge? Kopf? Lunge? Herz? Magen? Wo ist das Gefühl der Zufriedenheit? In Deinem Bein? Deiner Hand? Deinem Gehirn? Nein! In Deinem Geist. Wenn Du sagst, in Deinem Gehirn, warum kannst Du nicht sagen, in Deiner Nase oder Deinem Bein?

Warum unterscheidest Du? Wenn Dein Bein schmerzt, fühlst Du es dort, nicht in Deinem Kopf. Auf jeden Fall, welchen Schmerzen, Genuß oder anderen Gefühle Du erfährst, alle sind Ausdruck des Geistes.

Wenn Du sagst: “Ich hatte heute einen guten Tag.” zeigt das, Du hast die Erinnerung an einen schlechten Tag im Kopf. Ohne daß der Geist Etiketten erschafft, gibt es keine guten oder schlechten Erfahrungen. Wenn Du sagst, das Abendessen war gut, bedeutet das, Du hast die Erinnerung an ein schlechtes Essen im Kopf.

Ohne Erfahrung eines schlechten Abendessens kannst Du das heutige nicht gut nennen.

Ebenso: “Ich bin ein guter Ehemann,” “Ich bin eine schlechte Ehefrau,” sind nur Ausdruck des Geistes. Wer sagt: “Ich bin schlecht,” muß nicht schlecht sein; wer sagt: “Ich bin gut,” muß nicht gut sein. Vielleicht ist derjenige, der von sich behauptet: “Ich bin so ein guter Ehemann,” in seinem Geist nur voll vom negativen Störgefühl des Stolzes. Sein enger Geist, der im verblendeten, konkreten Glauben feststeckt, daß er gut sei, verursacht tatsächlich seiner Frau viele Schwierigkeiten. Wie kann er dann ein guter Ehemann sein? Selbst wenn er seine Frau mit Nahrung und Kleidung versorgt, wie kann er ihr ein guter Mann sein, wenn sie tagtäglich mit seiner Arroganz leben muß?

Wenn Du die psychologischen Aspekte der menschlichen Probleme verstehst, kannst Du wahre liebende Güte anderen gegenüber entwickeln. Nur über liebende Güte reden hilft Dir nicht, sie zu entfalten. Einige Menschen mögen über liebende Güte hundertemal geredet haben, und trotzdem sind sie vom Geist her genau das Gegenteil. Es ist nicht einfach Philosophie, nicht nur Worte, es heißt wissen, wie der Geist funktioniert. Nur dann kannst Du liebende Güte entwickeln; nur dann kannst Du ein spiritueller Mensch werden. Andernfalls magst Du Dich für spirituell halten, doch das ist rein intellektuell, wie der arrogante Mann, der sich für einen guten Ehemann hält. Es ist ein Fiktion; Dein Geist erzeugt sie.

Es ist so lohnenswert, Dein kostbares Menschenleben der Kontrolle Deines "2ilden Elefanten-Geistes" zu widmen und Deine machtvolle geistige Energie zu lenken. Wenn Du Deine mentale Energie nicht in den Griff bekommst, wird die Verwirrung weiter durch Deinen Geist wüten und Dein Leben wird total verschwendet. Geh so weise mit Deinem eigenen Geist um, wie Du irgend kannst. Das macht Dein Leben lohnenswert.

Ich habe nicht viel mehr zu sagen, aber wenn Ihr Fragen habt, fragt bitte.


Übersetzung: Annemarie Becker, Neuss- HERZLICHEN DANK!





Betreff: Fragen
F: Ich verstehe, was Sie gesagt haben über das Wissen, daß die Natur des eigenen Geistes Freude bringt, aber Sie haben das Wort “immerwährend” verwendet, das impliziert, wenn man seinen Geist vollkommen versteht, kann man den Tod des physischen Körpers transzendieren. Stimmt das?

Lama: Ja, das stimmt. Aber das ist nicht alles. Wer die Methode kennt, kann negative physische Energie in dem Moment, wo sie aufsteigt, in Weisheit verwandeln. So verwandelt sich negative Energie selber und blockiert nicht irgendwann Dein psychisches oder Nervensystem. Das ist möglich.

F: Ist der Geist der Körper, oder ist der Körper Geist?

Lama: Was meinst Du?

F: Weil ich den Körper wahrnehme.

Lama: Weil Du ihn wahrnimmst? Nimmst Du diesen Rosenkranz wahr [hält ihn hoch]?

F: Ja.

Lama: Macht ihn das zu Geist? Daß Du ihn wahrnimmst?

F: Darum frag ich ja.

Lama: Nun, gute Frage. Unser Körper und Geist sind sehr eng verbunden; wenn etwas den Körper beeinflußt, wirkt sich das auf den Geist aus. Das heißt aber nicht, daß die relative Natur Deines physischen Körpers aus Fleisch und Blut Geist ist. Das kann man nicht sagen.

F: Was sind die Ziele des Buddhismus: Erleuchtung, Brüderlichkeit, universelle Liebe, Überbewußtsein, Erkenntnis der Wahrheit, Erlangung des Nirvana?

Lama: Alles: Überbewußtsein, der voll erwachte Zustand des Geistes, universelle Liebe, frei von jeder Parteilichkeit auf Basis der Erkenntnis, daß alle Wesen im ganzen Kosmos gleich sind im Wunsch nach Glück und Vermeiden von Leid. Jetzt unterscheidet unser dualistischer und irregeleiteter Geist noch: “Dies ist meine engste Freundin, die will ich für mich allein haben und nicht mit anderen teilen.” Eins der Ziele des Buddhismus ist das Gegenteil davon, universelle Liebe. Natürlich ist das letztendliche Ziel Erleuchtung. Kurz gesagt ist das Ziel der Lehren Buddhas über die Natur des Geistes, all die genannten Verwirklichungen zu erlangen.

F: Aber was gilt als höchstes oder wichtigstes Ziel?

Lama: Die höchsten Ziele sind Erleuchtung und Entfaltung universeller Liebe. Der begrenzte Geist findet es schwierig, solche Verwirklichungen zu erlangen.

F: In Bezug auf tibetische Malerei: wie entsprechen die Farben verschiedenen meditativen oder psychischen Zuständen?

Lama: Verschiedene Arten von Geist nehmen verschiedene Arten Farbe wahr. Wir sagen, wenn wir wütend sind, sehen wir rot. Das ist ein gutes Beispiel. Andere Geistesverfassungen visualisieren ihre eigenen entsprechenden Farben. In manchen Fällen lassen sich Menschen, die emotional gestört sind und im täglichen Leben nicht klarkommen können, durch eine Umgebung in bestimmten Farben beruhigen. Wenn man darüber nachdenkt, wird man feststellen, daß Farbe wirklich vom Geist herrührt. Wenn Du ärgerlich bist und rot siehst, ist diese Farbe innen oder außen? Denk mal nach.

F: Was heißt das praktisch, wenn Sie sagen, um etwas „gut“ zu finden, müsse man die Vorstellung von „schlecht“ im Kopf haben?

Lama: Ich meinte, etwas als gut oder schlecht zu interpretieren ist eine Deutung des Geistes. Was für Dich schlecht ist, muß für mich nicht auch schlecht sein

F: Aber mein „schlecht“ ist immer noch mein „schlecht“.

Lama: Dein „schlecht“ ist schlecht für Dich, weil Dein Geist es „schlecht“ nennt.

F: Kann man darüber hinausgehen?

Lama: Ja, man kann darüber hinausgehen. Du mußt die Frage beantworten: “Warum nenne ich das ‚schlecht’?” Du mußt sowohl Objekt als auch Subjekt in Frage stellen, die innere und die äußere Situation. So kannst Du erkennen, daß die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt, daß im Raum zwischen den beiden der vereinigte Geist liegt. Das ist Weisheit.

F: Was ist Nirvana?

Lama: Wenn Du die falschen Vorstellungen und den aufgewühlten Geist überwindest und vollkommen integrierte, immerwährende zufriedene Weisheit erlangst, hast Du Nirvana erreicht.

F: Jede Religion sieht sich selber als den einzigen Weg zur Erleuchtung. Erkennt der Buddhismus an, daß alle Religionen der selben Quelle entspringen?

Lama: Es gibt zwei mögliche Antworten auf diese Frage, die absolute und die relative. Religionen, die das Erlangen der Erleuchtung betonen, meinen vermutlich dasselbe, aber der Ansatz, die Methode ist verschieden. Ich halte das für hilfreich. Aber es stimmt ebenso, daß einige Religionen auf falschen Vorstellungen beruhen könnten. Trotzdem lehne ich diese nicht ab. Z.B. gab es vor einigen Jahrtausenden einige uralte Hindu-Traditionen, die Sonne und Mond für Götter hielten; einige davon bestehen noch heute. Aus meinem Blickwinkel ist das falsch, trotzdem sage ich, sie sind gut. Warum? Selbst wenn sie philosophisch nicht richtig sind, lehren sie doch die grundlegende Moral, ein guter Mensch zu sein und niemanden zu schädigen. So können ihre Anhänger an den Punkt kommen und erkennen: “Oh, ich habe geglaubt, die Sonne wäre ein Gott, aber jetzt sehe ich, ich habe mich geirrt.” So gibt es in jeder Religion etwas Gutes, und wir sollten nicht urteilen: “Dies ist völlig richtig; jenes völlig falsch.”

F: Wie ist Ihrer Meinung nach das Leben der Menschen in Tibet heute? Können sie wieder ihre buddhistische Religion so frei ausüben wie zuvor?

Lama: Sie sind nicht frei und reigiöse Praxis ist vollständig verboten. Die chinesischen Behörden sind total gegen alles, was mit Religion zu tun hat. Klöster wurden zerstört, heilige Schriften verbrannt.

F: Aber auch wenn ihre Bücher verbrannt wurden, haben die Älteren immer noch den Dharma in ihren Herzen und Gedanken, oder haben sie alles vergessen?

Lama: Es ist unmöglich, daß sie ihn vergessen und ihren Geist von so einer kraftvollen Wahrheit lösen. So bleibt der Dharma in ihren Herzen.

F: Alle Religionen, der Hinduismus z.B., lehren ihre Anhänger, Böses zu meiden und Gutes zu tun und daß gute karmische Folgen daraus entstehen. Wie kann einem entsprechend dem Buddhismus diese Ansammlung von positivem Karma helfen, Erleuchtung zu erlangen?

Lama: Geistige Entwicklung vollzieht sich nicht durch eine radikale Veränderung. Verunreinigungen werden beseitigt, oder ganz allmälich gereinigt. Es gibt eine schrittweise Entwicklung. Das dauert. Einige z.B. können nicht akzeptieren, was der Buddhismus über universelle Liebe lehrt, daß Du anderen das Glück wünschen solltest, das Du selber möchtest. Sie meinen: “Es ist mir unmöglich, andere so zu lieben wie mich selber.” Sie brauchen Zeit, bis sie universelle Liebe oder Erleuchtung verstehen, denn ihr Geist beschäftigt sich mit falschen Vorstellungen und es gibt keinen Raum für Weisheit. Aber allmählich können Menschen durch Ausüben ihrer Religion zur vollkommenen Weisheit geführt werden. Darum sage ich, eine Vielfalt von Religionen ist für die menschliche Rasse erforderlich. Äußerliche Veränderungen sind leicht, aber geistige Entwicklung dauert Zeit. Z.B. mag ein Arzt einem Kranken sagen: “Du hast hohes Fieber, bitte verzichte auf Fleisch und iß ein paar Tage nur trockene Kekse.” Wenn der Kranke sich zu erholen beginnt, erlaubt der Arzt ihm nach und nach wieder schwerere Kost. So leitet der Arzt den Kranken nach und nach wieder zu vollkommener Gesundheit.

F: Wenn tibetische Mönche und Nonnen sterben, verschwinden ihre Körper, nehmen sie ihre Körper mit?

Lama: Ja, sie nehmen sie in ihrer jola [Schultertasche] mit ins nächste Leben...Ich mache einen Scherz! Nein, unmöglich. Doch bei bestimmten Praktizierenden verwandelt sich der Körper in Weisheit und verschwindet wirklich. Das ist möglich. Aber sie nehmen ihn nicht physisch mit.

F: Da unser Geist uns täuschen kann und wir ohne Lehrer die Wahrheit nicht erkennen können, sind buddhistische Klöster dafür gedacht, daß jeder Mönch seine Kollegen mit auf die nächste Stufe des Wissens hochzieht wie in einer Kette? Ist es das, was Sie jetzt tun, und lehren Sie, um zu lernen?

Lama: Ja, so etwa sind Klöster, und es stimmt auch, daß ich lerne, indem ich lehre. Aber wir brauchen Lehrer, weil Buchwissen nur trockene Information liefert, und es kann als solches so bedeutungslos sein wie das Pfeifen des Windes in den Bäumen. Wir brauchen einen Schlüssel für seine Umsetzung in Erfahrung, für die Verbindung zwischen diesem Wissen und unserem Geist. Dann wird aus Wissen Weisheit und die vollendete Lösung für Probleme. Die Bibel ist z.B. ein vorzügliches Buch mit den verschiedensten großartigen Methoden, aber wenn Du den Schlüssel nicht hast, gelangt das Wissen der Bibel nicht in Dein Herz. Nur weil ein Buch großartig ist, heißt das lange nicht, daß Du durch seine Lektüre all das Wissen darin erfassen kannst. Der einzige Weg dazu ist, wenn Dein Geist erst Weisheit entwickelt.

F: Sie sagten, Erleuchtung sei ein schrittweiser Prozeß, aber sicher kann man nicht gleichzeitig erleuchtet und unerleuchtet sein. Würde das nicht bedeuten, daß Erleuchtung plötzlich eintritt?

Lama: Natürlich, das stimmt. Man kann nicht gleichzeitig erleuchtet und unerleuchtet sein. Die Annäherung an die Erleuchtung findet allmählich statt, aber hast du sie erlangt, gibt es kein Zurück; wenn Du die volle Erleuchtung im Geist erlangt hast, diesen Augenblick der Erfahrung, bleibst Du für immer erleuchtet. Es ist nicht wie eine halluzinatorisch Drogenerfahrung — wenn Du high bist, geht es Dir gut, und wenn die Wirkung der Droge nachläßt, landest Du wieder in Deinem normalen depressiven Selbst.

F: Und wir können in diesem Leben dauerhafte Erleuchtung erfahren, während wir leben, vor unserem Tod?

Lama: Ja, das ist möglich. In diesem Leben...wenn Du genug Weisheit hast.

F: Oh...genug Weisheit hast?

Lama: Ja...das ist der Aufhänger: wenn Du genug Weisheit hast.

F: Warum brauchen wir einen Lehrer?

Lama: Wofür brauchst Du einen Englischlehrer? Zum Kommunizieren. Genauso ist es bei der Erleuchtung. Erleuchtung ist auch Kommunikation. Selbst für so weltliche Dingen wie Einkaufen müssen wir die Sprache lernen, damit wir mit den Verkäufern reden können. Wenn wir dafür Lehrer brauchen, dann natürlich auch jemanden als Führer auf einem Weg, der mit so unbekannten Bereichen wie früheren und zukünftigen Leben und tiefen Ebenen des Bewußtseins zu tun hat. Das sind völlig neue Erfahrungen; Du weißt nicht, wohin Du gehst oder was geschieht. Du brauchst jemanden, damit Du auf dem rechten Weg bist und nicht halluzinierst.

F: Wer lehrte den ersten Lehrer?

Lama: Weisheit. Der erste Lehrer war Weisheit.

F: Nun, wenn der erste Lehrer keinen menschlichen Lehrer hatte, warum brauchen einige von uns einen?

Lama: Weil es keinen Anfang gibt und kein Ende. Weisheit ist universelle Weisheit, universelles Bewußtsein.

F: Bringt das Entwickeln universeller Liebe die Erleuchtung, oder muß man erst Erleuchtung erlangen und dann universelle Liebe entwickeln?

Lama: Erst erzeugst Du universelle Liebe. Dann erlangt Dein Geist die Verwirklichung des Gleichgewichts, in dem Du weder diesem noch jenem den Vorzug gibst. Dein Geist kommt ins Gleichgewicht. In der buddhistischen Terminologie gelangst Du jenseits des dualistischen Geistes.

F: Stimmt es, daß der Geist einen nur bis dahin auf dem spirituellen Pfad bringen kann und man an einem Punkt den Geist aufgeben muß, um voranzuschreiten?

Lama: Wie kann man seinen Geist aufgeben? Ich scherze. Nein, es ist unmöglich, den Geist aufzugeben. Solange Du Mensch bist, ein normales menschliches Leben führst, hast Du einen Geist; wenn Du Erleuchtung erlangst, hast Du immer noch einen Geist. Dein Geist ist immer bei Dir. Du kannst ihn nicht loswerden, indem Du einfach sagst: “Ich will keinen Geist.” Karmisch hängen Dein Geist und Körper zusammen. Es ist unmöglich, Deinen Geist intellektuell loszulassen. Wäre der Geist eine materielle Erscheinung, ginge das vielleicht, aber er ist keine.

F: Werden Lamas je krank, und falls ja, mit welchen Methoden überwinden sie diese Krankheit? Verwenden Sie Heilkräfte?

Lama: Ja, manchmal wenden wir Heilkräfte an; manchmal die Kraft des Mantras; manchmal Meditation. Bei manchen Gelegenheiten führen wir Pujas durch. Wissen alle, was das ist? Manche Leute denken, es wäre nur rituelle Rezitation mit Glockenläuten, aber das ist viel mehr. Puja ist ein Sanskritwort und bedeutet wörtlich “Darbringung”; aber von der Deutung her ist es Weisheit, ein erwachter Geisteszustand. Wenn also Deine Weisheit erklingt “ting, ting, ting,” ist das gut, aber wenn nicht Deine Weisheit erklingt und das einzige ting, ting, ting von außen erklingt, dann ist das keine Puja.

F: Was Sie sagen, ist nicht weit von den westlichen materialistischen Philosophien entfernt. Unsere Probleme haben weniger mit den Objekten zu tun als mit unserer Einstellung ihnen gegenüber.

Lama: Wenn Du Einstellung sagst, meinst Du die geistige Tendenz, nach einem materiellen Objekt zu greifen oder nicht?

F: Nun, äußere Objekte existieren, aber außerhalb von uns selber, und unser Bewußtsein nimmt sie auf derselben Ebene wahr. Ich glaube, wenn wir sterben, bleiben die Objekte, aber nicht für uns, nicht für den einzelnen.

Lama: Ich stimme dem zu. Wenn wir sterben, sind die äußeren Objekte immer noch da, aber unsere Interpretation, unsere Projektion zu ihnen verschwindet. Ja das stimmt.

F: Warum ist das der materialistischen Philosophie so radikal entgegengesetzt? Warum sagen Sie, die äußere Welt sei Illusion, wenn nach dem Verschwinden unseres Bewußtseins die materielle Welt bleibt?

Lama: Ich nenne die materielle Welt illusorisch, weil die Objekte, die Du wahrnimmst, nur für Deinen eigenen Geist existieren. Schau den Tisch an: das Problem ist, Du glaubst, daß Deine Sicht des Tisches immer noch existiert, wenn Du nicht mehr da bist, daß dieser Tisch genauso weiter existiert, wie Du ihn gesehen hast. Das stimmt nicht. Deine Sichtweise des Tisches verschwindet, aber eine andere Sichtweise des Tisches gilt weiter.

F: Woran können wir den richtigen Lehrer erkennen?

Lama: Du kannst Deinen Lehrer erkennen durch Gebrauch Deiner eigenen Weisheit statt jemandem einfach blind zu folgen. Prüfe mögliche Lehrer, so lange und so gut Du kannst. “Ist das der richtige Lehrer für mich oder nicht?” Schau ihn Dir genau an, bevor Du dem Rat irgendeines Lehrers folgst. In Tibet heißt es, wir verhalten uns nicht einem Lehrer gegenüber wie ein Hund mit einem Stück Fleisch. Wenn man einem hungrigen Hund ein Stück Fleisch gibt, schlingt er es ohne zu zögern herunter. Es ist entscheidend, einen möglichen spirituellen Führer, Lehrer, Gurus oder wie man ihn nennen will, sehr sehr sorgfältig prüft, bevor man seinen Rat annimmt. Erinnert Euch an meine Worte, falsche Vorstellungen und verunreinigte Lehrsätze sind gefährlicher als Drogen?

Falschen Vorstellungen eines falschen spirituellen Führers zu folgen, kann katastrophale Auswirkungen auf Euch haben und dazu führen, daß nicht nur dieses Leben, sondern auch viele andere umsonst waren. Statt Euch zu helfen, kann das großen Schaden anrichten. Seid bitte sehr weise bei der Wahl Eures spirituellen Lehrers.

F: Da Sie buddhistischer Mönch aus Tibet sind, frage ich mich, ob Sie von Lobsang Rampa gehört haben, der viele detaillierte Bücher über Tibet schrieb, obwohl er selber nie dort war? Er ist jetzt tot, aber er sagte, der Geist eines tibetischen Lama hätte ihn besetzt und so konnte er das schreiben. Ist das möglich, und wenn nicht, wie konnte er dann diese Bücher schreiben?

Lama: Ich glaube nicht, daß diese Art Besetzung möglich ist. Außerdem sollten Sie genauer prüfen, was er geschrieben hat; in seinen Büchern gibt es viele Fehler. Wenn er z.B. schreibt, Lamas öffnen das Weisheitsauge chirurgisch. Das ist falsch. Das Weisheitsauge ist eine Metapher für spirituelle Einsicht und wird durch Lamas geöffnet, die den Schlüssel der Weisheit besitzen. Und wer Verwirklichungen erlangt hat, spricht nicht darüber, wer darüber spricht, hat sie nicht erlangt.

F: Lama, was meinen Sie mit dualistischem Geist, und mit “prüfen”?

Lama: Von der Geburt an bis heute haben zwei Dinge immer den Geist verkompliziert; immer zwei Dinge, nie nur eines. Das meinen wir mit dualistischem Geist. Wenn Du ein Ding siehst, vergleicht Dein Geist es ganz automatisch, instinktiv mit etwas anderem: “Und was ist damit?” Diese beiden Dinge bringen das Gleichgewicht durcheinander. Das ist der dualistische Geist in Aktion. Nun zur anderen Frage. Wenn ich von „prüfen“ spreche, meine ich prüfen, ob der eigene Geist wirklich gesund ist oder nicht. Jeden Morgen den eigenen Geisteszustand prüfen, um sicherzustellen, daß man nicht ausflippt. Das meine ich mit “prüfen”.

F: Wenn alles karmisch festgelegt ist, woran können wir merken, ob unsere Motivation korrekt ist, oder haben wir eine Chance auf eine völlig freie Wahl?

Lama: Reine Motivation wird nicht vom Karma festgelegt. Reine Motivation kommt aus dem Verstehen-Wissen-Weisheit. Wenn Dein Geist nicht versteht, ist es schwierig, eine reine Motivation zu haben. Wenn ich z.B. meine eigene egoistische Natur nicht verstehe, mache ich immer andere für meine Probleme verantwortlich. Wenn ich meinen eigenen Geist kenne, wird meine Motivation rein und ich kann ernsthaft die Handlungen meines Körpers, meiner Rede und meines Geistes dem Wohl anderer widmen. Danke, das war eine wunderbare Frage, und ich meine, reine Motivation ist ein guter Abschluß.

Vielen Dank. Wenn wir reine Motivation haben, schlafen wir gut, träumen gut und genießen gut, also vielen Dank.

Versammlungshalle, Melbourne, Australia, 27. März 1975





Tod und Sterben

S A N D vom MEDIZINBUDDHAMANDALA

Für Kranke und Sterbende können wir Ihnen in einem Säckchen zuschicken,
um positiven Energien im Umfeld zu verstärken. Sensitive Menschen können
die feinstoffliche Kraft unmittelbar wahrnehmen, die von dem Sand ausgeht.
Wir haben nach der Zerstörung des Mandalas etwas Sand für Sie aufgehoben,
damit Sie in Notsituationen darauf Zugriff haben. – Dem jeweiligen Gewässer
ist trotzdem noch genügend Sand übergeben worden.

Wenn Sie mit Räucherstäbchen, Mani Pillen oder Gebeten unserer Kloster-gemeinschaft Hilfestellung leisten möchten, können Sie sich gerne an mich
wenden. Wir haben auch eine CD (Mönchsgesänge / Puja) zum Thema Tod
und Sterben mit der Stimme unseres ehrw. Lehrers Khenrinpoche Lama
Lhundrup, dem Abt unseres Klosters.

Anrufung von Manjushri

Anrufung von Manjushri dem Buddha der Weisheit



Weisheit, frei von den Wolken der beiden verdunkelnden Schleier,

gänzlich rein und hell leuchtend wie die Sonne,

erweckt uns aus dem Traum unserer aufgewühlten Gefühle und

den Ketten der geistigen Gewohnheiten,

zerstreut die Dunkelheit des Nichtwissens.